Geschichte

Zur Zeit der Kolonisation blühte der Handel mit afrikanischen Sklaven. Die schwarzen Afrikaner wurden in Afrika gefangen genommen, nach Amerika verschifft und dort als Sklaven verkauft. Versklavt wurde ihnen ein Schicksal der harten Arbeit, Entbehrung, Misshandlung und Leidens erzwungen. Sie wurden wie Tiere gehalten und nur als Arbeitskraft und nicht als Mensch mit Seele angesehen.

Zu dieser Zeit entstand in Brasilien Capoeira. Die Sklaven brauchten etwas, um sich körperlich und geistig fit zu halten;

etwas, dass ihnen Zusammenhalt und das Gefühl von Stärke verlieh; etwas, dass sie mit ihrer afrikanischen Kultur verband; etwas, dass ihnen Freude bereitete. Aus genau diesen Gründen war Capoeira von den Sklavenhaltern natürlich strengstens verboten. Doch Capoeira liess sich nicht unterdrücken; bahnte sich seinen Weg.

 

 

Wie kam Capoeira zu seinem Namen? Die Sklaven, die von den Fazendas entkommen konnten, flohen in den Wald. Die Senhores schickten natürlich ihre Aufseher hinterher, um die Entflohenen zurück zu holen. Diese trafen auf einer Waldlichtung (portugiesisch: Capoeira) auf die Sklaven, die ihnen mit Füssen, Händen und Köpfen einen wilden Kampf lieferten. Wenn die Aufseher nun auf die Fazendas zurückkehrten, fragten die Senhores: “wo habt ihr die Sklaven gefunden?“ und die Antwort war: „na Capoeira“.

 

 

 

 

Das Capoeira im Wald war Überlebenskampf. Auf den Fazendas war es Spiel und wenn die Gutherren oder deren Aufseher auftauchten, verwandelte es sich augenblicklich in Tanz. Schlussendlich war es jedoch eine Waffe des Widerstandes. Mit Hilfe von Capoeira befreiten sich die Sklaven nach und nach. Es kam die Zeit der Quilombos (1600-1695). Quilombos waren Festungen, die die entflohenen Sklaven im Urwald bauten. Dort lebten sie mehr oder weniger sicher vor den Angriffen der weissen Gutsbesitzer, während 95 Jahren.

1888 wurde die Sklaverei in Brasilien endlich gesetzlich verboten. Capoeira blieb jedoch noch jahrzehntlang die Kampfform der Unterdrückten, der Aussenseiter und Vagabunden. Capoeira war verboten und die Capoeiristas wurden von der Polizei verfolgt.

Erst 1927 wurde Capoeira „legal“. Und 1937 eröffnete Mestre Bimba die erste offizielle und registrierte Capoeira Academia. Von da an bahnte es sich seinen Weg bis zum stolzen Nationalsport Brasiliens. Heute ist Capoeira in ganz Brasilien populär und es gehört schon zum Guten Ruf, Capoeira zu spielen.

Immermehr verbreitet es sich; dreht seine Runde um die Welt...